Print-Magazin/Black
Hermann Kopp "Under A Demon's Mask"
Es gibt wieder Zuwachs bei der Galakthorrö-Familie zu vermelden, aber diesmal kein ominöser Newcomer, sondern ein ganz alter Hase. Hermann Kopp war Anfang der 80er Jahre Mitglied bei der Kult-Minimal-Electro-Formation KEINE AHNUNG und hat sich später einen Namen bei den Soundtracks für die Buttgereit-Schocker "Der Todesking" und "Nekromantik 1 + 2" gemacht. Danach erschien eigentlich nur gesammeltes Stückwerk des Meisters via Vinyl On Demand und somit stellt "Under A Demon's Mask" das einzig richtige Album von Hermann Kopp dar, wenn man mal das im vorigen Jahr in Spanien erschienene Konzeptwerk "Psicofonico" außer Acht läßt. Eigentlich hat Hermann Kopp mit dem Angstpop im Galakthorrö'schen-Sinne nicht viel zu tun, denn sein Hauptinstrument ist eine getunte Violine, der er gar gruslige Töne zu entlocken vermag und um die allerlei analoge Sounds angeordnet sind. Alle Tracks sind dabei von einer sehr morbiden Atmosphäre durchzogen und es kann einem schon Angst und Bange beim anhören im abgedunkelten Raum werden, womit wir dann doch wieder beim Angstpop wären. Ein überaus charmantes Highlight und Anspieltip zugleich ist "Frauen verschwinden", welches mit dem eher selten eingesetzten Gesang von Hermann Kopp versehen ist und mit seinem Kriminal Tango-Rhythmus etwas aus dem Rahmen fällt. Der Rest ist wie schon erwähnt s/w-Horror-Atmosphäre pur, in die man sich herrlich fallen lassen kann. Die CD ist am besten direkt bei www.galakthorroe.de erhältlich und zusätzlich dazu gab es auch eine auf 288 Stück limitierte Vinyl-Version, die aber schon längst ausverkauft ist.
M.F.
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Eine Neuerung gibt es bei dem kleinen Label aus Braunschweig: Fanden sich in der Vergangenheit neben dem Hauptprojekt HAUS ARAFNA oder dessen Ableger/Ergänzung NOVEMBER NÖVELET nur Künstler, die auf Galakthorroö debütierten, wird nun zum ersten Mal ein Musiker veröffentlicht, der eine (musikalische) Vergangenheit hat: Hermann Koop, der am bekanntesten für seine Soundtracks zu den beiden Buttgereit-Filme "Nekromantik" und "Der Todesking" sein dürfte, hat ein Album aufgenommen, das von seiner elektrischen Geige dominiert wird, die teilweise klingt, als würde Hermann Kopp ein Theremin spielen. Ganz selten wird Gesang eingesetzt, so etwa bei dem sehr seltsamen "Frauen verschwinden", bei dem die Vovals stakattohaft sind. "Ex-Voto" klingt, als würden Graeme Revells "Insektenmusikanten" auf leicht verstimmten Streichinstrumenten musizieren, auf "Locus Solus" gesellt sich leicht metallische Percussion hinzu, auf "From Germany With Love" klingt die Geige wie eine tibetanische Knochenflöte und "Triptychon" könnte auch ein italienisches Giallo untermalen. Das ist minimale elektronische Kammermusik, der meistens etwas latent Verstörendes anhaftet. Die Zitate und Anspielungen, die sich finden (Bataille, de Sade/Pasoline, Jünger, Serienkiller, Huysmans) entstammen dem bekannten Transgressionspantheon, daneben finden sich aber auch Verweise auf H. G. Wells, Beethoven und Paul Gerhardt. "Under A Demon's Mask" ist zeitweise Schmerzensmusik sofern ist die Vertonung von Gerhardt "O Haupt voll Blut und Wunden", mit der das Album einen angemessenen Abschluß findet, durchaus passend konsequent.
Michael Göttert
[Black : Ausgabe 49 : Winter 2008]
www.blackmagazin.com
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